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Im Jahre 1867 errichteten die Gebrüder
Strakosch, mährische Tuchfabrikanten, in Hohenau
die damals fünfte österreichische Zuckerfabrik.
Ausgedehnte Rübananbaugebiete des Gutsbetriebes
Liechtenstein und die gute Anbindung an die Nordbahn
waren ausschlaggebend für die Ortswahl. Mit der
March stand ein "leistungsfähiger" Vorfluter
zur Verfügung, der früher die ungeklärten
Abwässer aufnehmen mußte. Zahlreiche Modernisierungsschübe
und nicht zuletzt die Errichtung einer leistungsfähigen
Kläranlage führten dazu, daß Hohenau
als inzwischen "dienstälteste" Anlage
auch heute noch nach einem ausgeprägten "Fabrikensterben"
zu den drei verbliebenen Zuckerfabriken Österreichs
gehört.
Die Zuckerproduktion geschieht in einem kurzen Zeitraum
(knapp 100 Tage) von Anfang Oktober bis Ende Dezember,
der sogenannten "Rübenkampagne". In dieser
Zeit werden im Werk Hohenau pro Tag über 12.000
Tonnen Zuckerrübe im Schichtbetrieb zu etwa 2.000
Tonnen Zucker verarbeitet! Zu Spitzenzeiten arbeiten
bis zu 350 Personen im Werk.
Ab den 1960er Jahren wurden die bei der Zuckerproduktion
anfallenden Rübenschlämme auf sogenannte Anlandebecken
ausgebracht, die in der angrenzenden Austufe östlich
und südlich der Zuckerfabrik angelegt wurden. Zur
Speicherung und Nachklärung der Abwässer wurden
Stapelbecken angelegt, von denen der Kühlteich
heute bedeutender Bestandteil der vogel.schau.plätze
ist. Es entstanden ausgedehnte feuchte Schlammflächen,
die bald von Watvögeln als Nahrungs- und von den
Lachmöwen als Brutplatz angenommen wurden. Starke
Geruchsbelästigung und immer wieder auftretende
Fischsterben in der March führten zu massiven Bedenken
des Umweltschutzes. Erst die umfangreichen vogelkundlichen
Studien konnten ab Anfang der 1990er Jahre auch die
hohe Bedeutung der Becken als Lebensraum für Vögel
belegen.
Mit der Errichtung der neuen Kläranlage im Jahr
1995 und der Anlage eigener Rübenerde-Zwischenlager
war es nun möglich, die verbliebenen Anlandebecken
und den nur während der Rübenkampagne genutzten
Kühlteich nach Gesichtspunkten des Vogelschutzes
zu bewirtschaften. In der Direktoren-Riege der Zuckerfabrik
Hohenau - die Direktoren Wagner, M. Doppler und heute
K.H. Lux - fanden wir von Anfang an Verständnis
und großzügige Unterstützung bei der
Verwirklichung der Vogelschutz-Vorhaben an den vogel.schau.plätzen.
Auch der Generaldirektor des Mutterkonzerns AGRANA,
J. Marihart, bestätigte uns bei der Eröffnungsrede
der Beringungsstation die weitere Unterstützung
durch die Fabrik.
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