Die Zuckerfabrik Hohenau
Partner im Vogelschutz
   
     
Die Zuckerfabik Hohenau wurde im Jahr 2006 geschlossen.

Link: http://www.agrana.com/
 
   

Im Jahre 1867 errichteten die Gebrüder Strakosch, mährische Tuchfabrikanten, in Hohenau die damals fünfte österreichische Zuckerfabrik. Ausgedehnte Rübananbaugebiete des Gutsbetriebes Liechtenstein und die gute Anbindung an die Nordbahn waren ausschlaggebend für die Ortswahl. Mit der March stand ein "leistungsfähiger" Vorfluter zur Verfügung, der früher die ungeklärten Abwässer aufnehmen mußte. Zahlreiche Modernisierungsschübe und nicht zuletzt die Errichtung einer leistungsfähigen Kläranlage führten dazu, daß Hohenau als inzwischen "dienstälteste" Anlage auch heute noch nach einem ausgeprägten "Fabrikensterben" zu den drei verbliebenen Zuckerfabriken Österreichs gehört.

Die Zuckerproduktion geschieht in einem kurzen Zeitraum (knapp 100 Tage) von Anfang Oktober bis Ende Dezember, der sogenannten "Rübenkampagne". In dieser Zeit werden im Werk Hohenau pro Tag über 12.000 Tonnen Zuckerrübe im Schichtbetrieb zu etwa 2.000 Tonnen Zucker verarbeitet! Zu Spitzenzeiten arbeiten bis zu 350 Personen im Werk.

Ab den 1960er Jahren wurden die bei der Zuckerproduktion anfallenden Rübenschlämme auf sogenannte Anlandebecken ausgebracht, die in der angrenzenden Austufe östlich und südlich der Zuckerfabrik angelegt wurden. Zur Speicherung und Nachklärung der Abwässer wurden Stapelbecken angelegt, von denen der Kühlteich heute bedeutender Bestandteil der vogel.schau.plätze ist. Es entstanden ausgedehnte feuchte Schlammflächen, die bald von Watvögeln als Nahrungs- und von den Lachmöwen als Brutplatz angenommen wurden. Starke Geruchsbelästigung und immer wieder auftretende Fischsterben in der March führten zu massiven Bedenken des Umweltschutzes. Erst die umfangreichen vogelkundlichen Studien konnten ab Anfang der 1990er Jahre auch die hohe Bedeutung der Becken als Lebensraum für Vögel belegen.

Mit der Errichtung der neuen Kläranlage im Jahr 1995 und der Anlage eigener Rübenerde-Zwischenlager war es nun möglich, die verbliebenen Anlandebecken und den nur während der Rübenkampagne genutzten Kühlteich nach Gesichtspunkten des Vogelschutzes zu bewirtschaften. In der Direktoren-Riege der Zuckerfabrik Hohenau - die Direktoren Wagner, M. Doppler und heute K.H. Lux - fanden wir von Anfang an Verständnis und großzügige Unterstützung bei der Verwirklichung der Vogelschutz-Vorhaben an den vogel.schau.plätzen. Auch der Generaldirektor des Mutterkonzerns AGRANA, J. Marihart, bestätigte uns bei der Eröffnungsrede der Beringungsstation die weitere Unterstützung durch die Fabrik.

 
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