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| Vögel
an den vogel.schau.plätzen |
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Die vogel.schau.plätze Hohenau-Ringelsdorf
bieten zu allen Jahreszeiten Vögeln einen attraktiven
Rast-, Nahrungs- und zur Fortpflanzungszeit auch Brut-Platz.
Die Vielfalt an nassen, feuchten und nährstoffreichen
Lebensräumen, die vogelgerechte Pflege und die
günstige Lage in den vogelreichen March-Thaya-Auen
bringen es mit sich, daß hier bereits über
240 verschiedene Vogelarten beobachtet werden konnten!
Die größte Bedeutung haben die vogel.schau.plätze
für Wasservögel (Enten, Gänse, Rallen
und andere), Schreitvögel (Reiher und Störche)
und Watvögel (Limikolen). Unauffälliger, aber
ebenfalls in großer Zahl treten hier Singvögel
von Feuchtgebieten auf, z. B. alle heimischen Rohrsänger,
das Blaukehlchen und die Rohrammer.
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| Die
Brutvögel der Absetzbecken Hohenau-Ringelsdorf |
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Die Absetzbecken
stellen für eine ganze Reihe seltener und gefährdeter
Vögel einen bedeutenden Brutplatz dar. Um diese Bedeutung
zu dokumentieren und Veränderungen rechtzeitig zu
erkennen, führen wir seit 1992 alljährlich eine
gründliche Erhebung der Brutpaare und Reviere aller
hier brütenden Vogelarten durch. Grundlage für
die Brutvogelerhebung sind jeweils 10-15 Begehungen des
Gebietes während der Brutzeit von Ende März
bis Ende Juli. Zusätzlich wurden auch Beobachtungen
während anderer Tätigkeiten (Zählungen,
Beringungen) sowie Beobachtungen anderer VogelkundlerInnen
eingearbeitet.
Die beobachteten Vögel werden auf Karten eingezeichnet
und können im Anschluß an die Kartierungen
Revieren bzw. Brutpaaren zugeordnet werden. In den Jahren
1992 bis 2006 konnten bisher 60 Vogelarten im Bereich
der Absetzbecken Hohenau-Ringelsdorf als Brutvögel
nachgewiesen werden. Das bemerkenswerte daran ist, daß
insgesamt die Hälfte davon auf der "Roten Liste
der gefährdeten Brutvögel Österreichs"
aufgelistet ist. Die vogel.schau.plätze tragen daher
eine große Verantwortung zum Überleben gefährdeter
Brutvögel in Österreich. Besonders bedeutend
sind die Brutvorkommen von Schwarzhalstaucher, Rotschenkel,
Lachmöwe und Flußseeschwalbe (jeweils das größte
in Niederösterreich). Erstmals für Niederösterreich
brüteten hier auch je ein Paar Säbelschnäbler
(1999) und Stelzenläufer (2001). |
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| Limikolen
- Nomaden zwischen Arktis und Afrika |
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Sie sind langbeinig
oder langschnäbelig, meist sehr aktiv und emsig auf
der Jagd nach Kleinlebewesen. Watvögel - die Wissenschaft
nennt sie Limikolen - bewohnen weiträumige Landschaften
im Übergangsbereich zwischen Land und Wasser: Moore,
Küsten, Tundralandschaften oder Ufer von Steppenseen.
Als extreme Nomaden wandern sie zwischen weit auseinanderliegenden
Regionen hin und her. Ein strenger Terminplan ermöglicht
ihnen, im kurzen Sommer der Arktis zu brüten und
dort Landstriche zu nutzen, die ihnen fast konkurrenzlos
überlassen bleiben. Die Zugleistung mancher Arten
beträgt 3.000 bis 4.000 km im Nonstop-Flug, wobei
die Energiereserven komplett aufgebraucht werden. Die
Zerstörung von Feuchtlebensräumen entlang des
Zugweges kann daher dramatische Konsequenzen haben.
Rastgebiete müssen besonderen Ansprüchen genügen.
Einerseits fungieren sie als "Tankstellen",
andererseits als Ruhezonen, in denen der energieintensive
Gefiederwechsel (die sogenannte Mauser) stattfindet. Die
Absetzbecken Hohenau-Ringelsdorf stellen nach den Seewinkellacken
des Neusiedler See-Gebiets einen der bedeutendsten Limikolenrastplätze
Österreichs dar.
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| Die
Zugstrategie |
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Brutvögel
des hohen Nordens verweilen nur wenige Wochen in den Brutgebieten.
Männchen, Weibchen und Jungvögel versuchen einander
beim Kampf um die Nahrungsressourcen nicht in die Quere
zu kommen. So reduzieren die Männchen der Kampfläufer
ihren Aufenthalt im Brutgebiet auf die Begattung der Weibchen
und beginnen nach wenigen Tagen den Rückzug. Nach
dem Flüggewerden der Jungen folgen die Weibchen,
danach - langsamer und über kürzere Einzeletappen
- die Jungvögel.
Viele Limikolenarten folgen ausschließlich oder
vorwiegend den Meeresküsten. Dort verweilen sie in
den Gezeitenzonen flacher Küstenregionen, im Bereich
von Flußmündungen und in den Brackwassersümpfen
des Küstenhinterlandes. Andere Arten wie Flußregenpfeifer,
Kampfläufer, Bekassine, Bruchwasserläufer oder
Waldwasserläufer nutzen fast nur binnenländische
Feuchtgebiete als Rastplätze. In historischer Zeit
war das Angebot in Mitteleuropa durch die Überschwemmungsbereiche
großer Flüsse und baumarme Landschaften (z.
B. Moore) gegeben, Weide- und Graslandwirtschaft boten
eine Erweiterung. Heute, nach mehr als einem Jahrhundert
intensiver Trockenlegungen von Feuchtgebieten und der
Begradigung der Flüsse, gibt es kaum noch natürliche
Lebensräume, die den Ansprüchen ziehender Limikolen
genügen.
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| Mauser
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Die Federn
der Vögel werden durch den täglichen Gebrauch
beim Fliegen stark beansprucht. Damit sie funktionsfähig
bleiben, müssen sie regelmäßig erneuert
werden. Dieser Vorgang, bei dem die alten Federn abgeworfen
werden und neue nachwachsen, wird als Mauser bezeichnet.
Große Vögel wie etwa die Adler, brauchen einige
Jahre, um ihr gesamtes Federkleid auszuwechseln, die Watvögel
mausern hingegen jedes Jahr ein- bis zweimal ihr Gefieder.
Der Kampfläufer zeigt dies sehr anschaulich. Er kommt
im Frühling in einem auffälligen Brutkleid an,
daß er im Sommer gegen ein schlichtes Ruhekleid
wechselt. Hier an den Absetzbecken erscheinen die prächtigen
Vögel im Juli und verlassen diesen Mauserplatz einen
Monat später als schlichte Vögel.
Das komplexe Phänomen des Limikolenzuges ist auch
ein Bestandteil der Arbeit der Beringungsstation. Im Rahmen
der Limikolen-Beringung konnten bereits einige interessante
Ergebnisse erbracht werden. |
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| Literaturempfehlung:
Die Vögel der March-Thaya-Auen |
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Die Vögel
der March-Thaya-Auen im österreichisch-slowakisch-tschechischen
Grenzgebiet von T. Zuna-Kratky, E. Kalivodová,
A. Kürthy, D. Horal & P. Horák.
Format 17 x 23 cm, 290 Seiten, 265 Farbfotos, Softcover.
Die Autoren, die aus den drei Anrainer-Staaten stammen,
haben alle historischen Quellen gesichtet, zahlreiche
Gebietskenner befragt und selbst seit über zehn Jahren
umfangreiche Forschungen zur Vogelwelt dieser Auen durchgeführt.
Dadurch ist es nun erstmals möglich, eine umfassende
Übersicht über die Vogelwelt vorzulegen. Es
handelt sich um eine der wenigen grenzüberschreitenden
Arbeiten dieser Art. Das Buch geht anhand der unterschiedlichen
Lebensräume der March-Thaya-Auen auf deren Bedeutung
für die Vogelwelt ein. Die wichtigsten Gebiete für
den Vogelschutz, aber auch für den vogelkundlich
interessierten Besucher werden ebenfalls vorgestellt.
Im Hauptteil werden alle bisher im Gebiet beobachteten
Vogelarten umfassend vorgestellt. Das Buch ist reich bebildert.
Ausgewählte Verbreitungskarten und Grafiken ergänzen
den Text.
Preis: € 22,00 (inkl. Versand), für Auring-Mitglieder € 20,00.
Zum
Auring - Bauchladen
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