Bereits seit 2003 läuft in Hohenau ein umfangreiches Amphibienschutzprojekt. Der geplante Bau einer festen Straßenbrücke über die March bedingte unter anderem eine fachliche herpetologische Erhebung der Artenzusammensetzung sowie eine Analyse der Laichgewässer und Landlebensräume im Natura 2000 – Gebiet. Dafür wurde im Jahre 2004 seitens der Niederösterreichischen Landesregierung ein 1.8 km langer „Krötenzaun“ beidseitig der Marchstraße errichtet. Beim Versuch, die Straße Richtung Laichgewässer oder zurück zu überqueren, laufen die Lurche am Zaun entlang und fallen in die bodenbündig eingegrabenen Kübel. Diese Eimer werden täglich geleert, das heißt die gefundenen Tiere werden wissenschaftlich dokumentiert und über die Fahrbahn getragen. Im Mai 2006 begannen die Arbeiten zur Errichtung einer modernen festen Leiteinrichtung mit Amphibientunneln. Aber auch heuer mussten noch Kübel im Bereich des über 700 m langen alten temporären Zauns händisch kontrolliert werden; diese Arbeit wurde 2007 von einigen AURING-Mitarbeitern übernommen.
Nachdem Frosch & Co. nun ihre Winterquartiere aufgesucht haben, können wir zusammenfassen: Von Mitte März bis Mitte November wurden knapp 20.000 Tiere über die Straße getragen! Diese Zahl stammt wie gesagt nur vom östlichen Teil der Anlage, der erst im Laufe des Jahres fertig gestellt wurde beziehungsweise noch im Bau befindlich ist. Auch die Tatsache, dass 12 Amphibien – Arten (darunter auch Rotbauchunke und Donaukammmolch) vertreten sind, spricht für die Besonderheit des Gebietes – es ist ein Naturjuwel direkt vor unserer Haustür! |