Übersicht über die Amphibien und Reptilien der Absetzbecken
Amphibienschutzanlage in Hohenau
Übersicht über die Amphibien und Reptilien der Absetzbecken Hohenau - Ringelsdorf    
     
Als Feuchtgebiet mit ausgedehnten, teils temporären und damit fischarmen Gewässern stellen die Absetzbecken nicht nur für Vögel, sondern auch für zahlreiche andere Tierarten von Feuchtgebieten einen bedeutenden Lebensraum dar. Im Rahmen unserer vogelkundlichen Forschungen haben wir uns nebenher auch mit anderen Tiergruppen befasst, wobei die Amphibien und Reptilien die einzigen Feuchtgebiets-Bewohner sind, die wir weitgehend vollständig erfassen konnten.

In den ersten Jahren waren die Absetzbecken durch die Rübenschlamm-Abwässer deutlich stärker belastet als später. Starke Sauerstoffzehrung, vegetationsfreie Gewässerränder und extreme wasserchemische Bedingungen herrschten bis Mitte der 1990er Jahre vor. Entsprechend arm waren die Amphibien-Bestände, Rotbauchunke und Wechselkröte waren die einzigen regelmäßig reproduzierenden Arten, teils aber in sehr hoher Dichte. Die Umstellung der Fabrik auf die neue Kläranlage und der Beginn des AURING-Managements mit dem Fluten durch March-Wasser führte ab 1995 zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensbedingungen für Amphibien. Zahlreiche Arten besiedelten die Becken und es kam zu den bis heute anhaltenden artenreichen Verhältnissen.

Die folgende Übersicht nennt zwölf verschiedene Amphibien- und fünf Reptilien-Arten, die wir seit 1992 auf den Absetzbecken oder in ihrer unmittelbaren Nähe entdecken konnten.

Amphibien und Reptilien der Absetzbecken
 
   

Amphibienschutzanlage in Hohenau

   

Bereits seit 2003 läuft in Hohenau ein umfangreiches Amphibienschutzprojekt. Der geplante Bau einer festen Straßenbrücke über die March bedingte unter anderem eine fachliche herpetologische Erhebung der Artenzusammensetzung sowie eine Analyse der Laichgewässer und Landlebensräume im Natura 2000 – Gebiet. Dafür wurde im Jahre 2004 seitens der Niederösterreichischen Landesregierung ein 1.8 km langer „Krötenzaun“ beidseitig der Marchstraße errichtet. Beim Versuch, die Straße Richtung Laichgewässer oder zurück zu überqueren, laufen die Lurche am Zaun entlang und fallen in die bodenbündig eingegrabenen Kübel. Diese Eimer werden täglich geleert, das heißt die gefundenen Tiere werden wissenschaftlich dokumentiert und über die Fahrbahn getragen. Im Mai 2006 begannen die Arbeiten zur Errichtung einer modernen festen Leiteinrichtung mit Amphibientunneln. Aber auch heuer mussten noch Kübel im Bereich des über 700 m langen alten temporären Zauns händisch kontrolliert werden; diese Arbeit wurde 2007 von einigen AURING-Mitarbeitern übernommen.

Nachdem Frosch & Co. nun ihre Winterquartiere aufgesucht haben, können wir zusammenfassen: Von Mitte März bis Mitte November wurden knapp 20.000 Tiere über die Straße getragen! Diese Zahl stammt wie gesagt nur vom östlichen Teil der Anlage, der erst im Laufe des Jahres fertig gestellt wurde beziehungsweise noch im Bau befindlich ist. Auch die Tatsache, dass 12 Amphibien – Arten (darunter auch Rotbauchunke und Donaukammmolch) vertreten sind, spricht für die Besonderheit des Gebietes – es ist ein Naturjuwel direkt vor unserer Haustür!

 
 
 
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