Die Fernfundkarte
Ringfunde-Meldungen
Was tun, wenn man einen beringten Vogel findet?
Die Fernfund-Karte
Herkunft und Ziel unserer Durchzügler
   

In den zehn Beringungsjahren konnten bereits über 90 Fernfunde erbracht werden - Vögel die von uns beringt anderswo gefunden wurden oder Vögel, die mit "fremden" Ringen in unserer Station gefangen wurden. Die Fernfund-Karte zeigt anschaulich die Herkunft und das Ziel der in den March-Thaya-Auen durchziehenden Vögel - ein markanter Korridor von Nordosteuropa ins zentrale bzw. östliche Mittelmeergebiet. Nur wenige Arten - vor allem Mittelmeer-Überwinterer wie Bekassine, Singdrossel und Rohrammer wählten eine Zugroute nach Südwest-Europa.

 
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Ringfunde - Meldungen

Ringfunde der Biologischen Station Hohenau-Ringelsdorf und as den March-Thaya-Auen (Stand: Februar 2007)
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Nachdem bereits letztes Jahr eine unserer Rohrammern in Spanien von Beringeren kontrolliert wurde, haben wir auch heuer wieder einen spannenden Nachweis erhalten: Ein Jungvogel (Ringnummer Radolfzell C1P 5336), der am 12.8.2006 von unserer Station in Ringelsdorf beringt wurde, konnte am 9.11.2006 in einer Entfernung von 1.279 km in den Estanys de Palau bei Girona im Nordosten von Spanien von Vogelkundlern kontrolliert werden! Der Fund ist umso überraschender als es sich offenbar um einen Vogel handelt, der im March-Thaya-Raum erbrütet wurde. Von diesen haben wir bisher nur Nachweise aus italienischen Winterquartieren!  
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Im Zuge von Fotoaufnahmen gelang Robert Kreinz am 26.8. herrliche Aufnahmen eines adulten Schwarzstorches, der am Kühlteich rastete. Ein Blick auf die Beine zeigt: der Vogel trägt Ringe, dabei einen Farbring zum Ablesen. Auf Nachfrage bei den Schwarzstorch-Beringern konnte bald geklärt werden, woher der Vogel stammt. Er schlüpfte im Jahr 2003 zusammen mit drei Geschwistern in einem Horst in Nordböhmen bei Decin - 310 km in nordnordwestlicher Richtung von Hohenau entfernt. Der Horst befindet sich in einer eindrucksvollen Felswand, wie das Foto von Vaclav Sojka zeigt! Auf seinem Zug in die afrikanischen Winterquartiere quert er
offenbar die March-Auen, der Vogel wurde auch schon (im Jahr 2004) in Israel gesichtet, wohin es auch einen vom AURING in Drösing beringten Schwarzstorch verschlagen hat.

 
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Die Rohrammer (Emberiza schoeniclus) ist ein regelmäßiger Brutvogel in den March-Thaya-Auen und ab Anfang Oktober können an der Beringungsstation auch langflüglige und dünnschnäbelige Vögel aus Skandinavien gefangen werden. Den Winter verbringt die Art wie wir von unseren Ringfunden wissen im warmen Süden in Italien. Zu unserer großen Überraschung wurde am 2.3.2004 die von uns beringte Rohrammer Radolfzell C1A4373 (am 7.10.2001 in Ringelsdorf) in Südostspanien in der Laguna de los Patos bei Hellín (Prov. Albacete) wiedergefangen! Der Fundort liegt 1.668 km südwestlich von Hohenau – Ringelsdorf. Diese Rohrammer gehörte den Maßen nach zur nordischen Population, hatte also bereits an die 1.000 km hinter sich, bevor sie die March-Thaya-Auen erreichte. Typischerweise ist der Vogel ein Weibchen - diese ziehen für gewöhnlich weiter nach Süden als die Männchen. Auf der beiliegenden Ringfundekarte aller bisherigen Wiederfänge ist der Zug entlang des Alpenostrandes nach Italien gut erkennbar. Das grüne Quadrat markiert Ringelsdorf. Der spanische Fund liegt weit außerhalb des bekannten.  
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Im Zuge eines Limikolenfangprojektes, welches im heurigen Frühjahr an den Absetzbecken durchgeführt wurde, gelangen gleich mehrere Fremdfänge: Ein Flussregenpfeifer, der am 30.4.2005 an den Absetzbecken gefangen wurde, war im Juli 2002 in Lednice, Bezirk Breclav, beringt worden. Ein anderer Flussregenpfeifer-Fremdfang aus dem heurigen Frühjahr stammt aus Hlovovec, Tschechien.
Ein Bruchwasserläufer, der am 9.5.2005 an den Absetzbecken gefangen wurde, war im August 2002 als Altvogel in Jeziorsko (Polen) beringt worden. Nur einen Tag später wurde ein weiterer Bruchwasserläufer gefangen, welcher im August des Vorjahres als Jungvogel auf seinem Zug ins Winterquartier ebenfalls in Jeziorsko beringt worden war. Im heurigen Frühjahr zog er zum ersten Mal heimwärts ins Brutgebiet.
 
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Unsere Vogelwarte in Radolfzell hat uns soeben einen interessanten Ringfund geschickt: Ein am 10.10.2003 auf den vogel.schau.plätzen beringter Ziplzalp konnte am 27.11.2003 im Sima-Naturschutzgebiet auf Malta von Beringer-Kollegen wiedergefangen und abgelesen werden. Dieser nur gut 7 Gramm schwere Singvogel hat somit in sechs Wochen 1.419 km zurückgelegt! Zilpzalpe überwintern im Mittelmeerraum, er hat hier womöglich schon seinen Überwinterungsort erreicht. Ein weiterer Mosaikstein auf unserer Ringfundekarte!

 
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Eine Wasserralle (ein junges Männchen), die am 02.09.2002 auf den vogel.schau.plätzen beringt wurde, wurde am 22.12.2002 bei Saint-Laurent-D´Aigouze, Bezirk Gard in Südfrankreich von einem Auto überfahren. Der Vogel legte mind. 1.200 km in sein Winterquartier zurück!  
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Eine Rohrammer (ein junges Männchen), die am 27.10.2002 auf den vogel.schau.plätzen gefangen und kontrolliert wurde, war am 8.8.2002 in Röbäck, Umeå, Västerbotten in Nordschweden beringt worden. Der Vogel hatte bereits eine Distanz von 1.700 km zurückgelegt und hatte (wie wir von anderen Ringfunden wissen) noch gut 800 km ins italienische Winterquartier!  
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Ein Teichrohrsänger, der am 7.9.2001 an den vogel.schau.plätzen beringt wurde, konnte am 19.5.2002 von spanischen Kollegen bei Girona in der Nordost-Ecke von Spanien am Heimzug wiedergefangen werden - 1.300 km entfernt!  
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Ein Bruchwasserläufer, der am 27.7.1998 in Luvia/Säppi in SW-Finnland beringt wurde, konnte von uns am 2.8.2002 am Kühlteich beobachtet werden - 1.400 km entfernt!  
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Was tun, wenn man einen beringten Vogel findet?    
Bitte melden Sie Sichtungen und Wiederfunde beringter Vögel an Thomas Zuna-Kratky, Tel.: +43 699 1262 3160,
vogelkunde(at)auring.at.
 
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