Die Vogelberingungsstation
Der Vogelkalender in der Beringungsstation
Vogelberingung
Ihr Besuch an der Beringungsstation
Beringungssaison 2008 - Ergebnisse
Die Vogelberingungsstation
Ein Punkt im weltweiten Netzwerk
   

Die Beringungsstation Ringelsdorf ist ein Punkt im weltweiten Netzwerk von Vogelberingungsstationen. Seit 1994 wurden an dieser Station fast 40.000 Vögel aus 115 verschiedenen Arten beringt. Über 120 davon wurden bereits an anderen Stellen während ihres Zuges beobachtet, im benachbarten Tschechien etwa, in Mittelitalien oder 6.000 km von hier in Kenia.

Herumstreifer wie der Feldsperling machen immerhin den gesamten österreichisch - tschechisch - slowakischen Grenzraum zu ihrer Heimat. Kurzstreckenzieher wie die Rohrammer überwintern in Italien. Der Sumpfrohrsänger, der in Kenia entdeckt wurde, war noch nicht einmal in seinem endgültigen Winterrevier, das noch deutlich südlicher liegt.

In den zehn Beringungsjahren konnten bereits über 90 Fernfunde erbracht werden - Vögel die von uns beringt anderswo gefunden wurden oder Vögel, die mit "fremden" Ringen in unserer Station gefangen wurden. Die Fernfund-Karte zeigt anschaulich die Herkunft und das Ziel der in den March-Thaya-Auen durchziehenden Vögel - ein markanter Korridor von Nordosteuropa ins zentrale bzw. östliche Mittelmeergebiet. Nur wenige Arten - vor allem Mittelmeer-Überwinterer wie Bekassine, Singdrossel und Rohrammer wählten eine Zugroute nach Südwest-Europa.

Zu den Fernfunden

 
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Der Vogelkalender in der Beringungssaison    
Juli
Charakteristik:
Nachbrutzeitliche Mauser, Altvögel der Weitstreckenzieher ziehen ab
Häufigste Arten: Feldsperling, Sumpfrohrsänger, Schilfrohrsänger

Ausgust - September
Charakteristik: Durchzug der Weitstreckenzieher
Häufigste Arten: Sumpfrohrsänger, Schilfrohrsänger

September - Oktober
Charakteristik: Durchzug der Kurzstreckenzieher
Häufigste Arten: Zilpzalp, Heckenbraunelle

November
Charakteristik: Kurzstreckenzieher und Überwinterer
Häufigste Arten: Rohrammer, Blaumeise, Heckenbraunelle
 
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Die Vogelberingung    
Hat ein Vogel einmal einen Ring, ist er mit seinem Nummerncode international bekannt; wird er wieder gefangen, existiert schon eine kleine Biographie von ihm.
Wir verfügen bereits über mehr als 3.000 solcher kurzer Biographien hier beringter Vögel. Sie erzählen uns, wie lange die Vögel verweilen, ob sie nach dem Winter wieder hierher zurückkehren, wo sie schon gebrütet haben oder aus dem Ei geschlüpft sind.

Die Vögel werden vermessen und gewogen, es wird Alter und Geschlecht festgestellt und kontrolliert, ob der Vogel sein Gefieder erneuert (Mauser) und ob er Fettreserven für den Zug anlegt. Fett ist der „Treibstoff" des Vogelzuges - hoher Energiegehalt und geringes Gewicht.

Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist die Singvogelberingung in den undurchdringlichen, nährstoffreichen Ruderalfluren der Anlandebecken. Eine Übersicht über die in der aktuellen Saison beringten und untersuchten Vögel gibt die Beringungsübersicht 2004. Infos über die Ergebnisse der letzten zwei Jahre zeigen die Beringungsübersicht 2003 und die Beringungsübersicht 2002. Ein spezielles Projekt befasst sich mit der Beringung von Watvögeln (Limikolen). Andere Beringungsaktivitäten befassen sich vor allem mit Schwarzstörchen, Rallen und Eulen.

Aktivitäten und Beringungsübersichten
 
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Ihr Besuch an der Beringungsstation    
Öffnungszeiten
Die Beringungsstation ist von Juli bis Oktober jeweils von Freitag bis Montag besetzt. Zu diesen Zeiten ist es möglich, die Vogelberingung live mitzuerleben.

Saison 2009 (noch bis 26. Oktober 2009):
Freitag bis Sonntag 7:00 - 17:00 Uhr
Montag: 7:00 - 12:00 Uhr
Dienstag bis Donnerstag: geschlossen

Vogeltage für Schulklassen
bringen den Kindern und Jugendlichen spielerisch, forschend Vogelwelt und Lebensräume näher. Termine nach Vereinbarung.

Spezialexkursionen
sind für interessierte Gruppen möglich. Nach Vereinbarung, auch Führungen in die angrenzenden March-Thaya-Auen.

Zur Besucherinformation
Zum Veranstaltungsangebot
 
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Beringungssaison 2008 ein Erfolg    

Ende Oktober ging die mittlerweile 15. Beringungssaison der Beringungsstation Hohenau-Ringelsdorf zu Ende. Insgesamt wurden nun seit Sommer 1994 knapp 39.000 Vögel im Gebiet beringt. Davon wurden über 7.000 zu einem späteren Zeitpunkt wiedergefangen.

Im Sommer 2008 war das Wetter die meiste Zeit günstig für den Vogelfang und ein eher feuchter Frühling und die wieder funktionierende Wasserleitung auf die Becken bedingten ideale Brutbedingungen für die Rohrsänger auf den Anlandebecken. Mit 3890 gefangenen Vögeln lagen damit nach zwei mageren Jahren 2006 und 2007 die Fangzahlen wieder ungefähr im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2005. Hauptverantwortlich dafür waren besonders im Frühsommer die Rohrsänger, die etwa ein Drittel aller gefangenen Vögel ausmachten. Spitzenreiter war wie (fast) immer der Sumpfrohrsänger mit insgesamt 611 gefangenen Individuen.

 
     
Die insgesamt doch recht ansehnliche Fangzahl wurde auch durch einen recht starken Durchzug (haupts. Schilfrohrsänger, Zilpzalp, Heckenbraunelle) Ende September, Anfang Oktober ermöglicht. In keinem früheren Jahr war die Herbstdurchzugsspitze derart ausgeprägt mit bis zu 475 Vögeln in 4 Tagen in der letzten September-Woche. Der stärkste Fangtag der Saison war der 27. September, an dem insgesamt 201 Vögel gefangen wurden. Davon waren allerdings 100 Feldsperlinge, die im Schwarm ins Netz geflogen sind.  
     
Auch Besonderheiten gab es in diesem Jahr wieder: darunter eine Turteltaube und ein Waldlaubsänger (jeweils 3. beringtes Individuum der Art an der Station), ein Bienenfresser (2. Individuum), zwei Sumpfmeisen (bisher insgesamt nur 3 beringte), ein Halsbandschnäpper (8. Ind.) ein Haussperling (10. Ind.) und ein Sperber (11. beringter).    
     
Die häufigsten Arten waren Sumpfrohrsänger (611), Schilfrohrsänger (474), Zilpzalp (368), Feldsperling (296) und Dorngrasmücke (270). Für Sumpf- und Schilfrohrsänger war es jeweils das beste Jahr seit 2000 und das drittbeste Jahr überhaupt seit Beginn der Beringung auf den Anlandebecken. Für den Zilpzalp und die Dorngrasmücke war 2008 das bisher beste Jahr überhaupt. Heckbraunelle, Kohlmeise und Fitis hatten bisher nur einmal mehr Fänge zu verzeichnen als heuer. Dasselbe gilt für die Gartengrasmücke. Und von Wendehals wurden heuer mit Abstand mehr Individuen gefangen als in allen Jahren zuvor. Auch die Nachtigall war heuer häufiger in den Netzen als in den früheren Jahren und Pirole wurden seit 2000 nicht mehr so viele gefangen.  
     
Stark abgenommen gegenüber den letzten Jahren haben nur Neuntöter, die am Beginn der Saison kaum gefangen wurden, und dieses Minus auch später nicht mehr ganz aufholen konnten. Ebenso einen starken Rückgang gegenüber den letzten beiden Jahren zu verzeichnen gab es bei den Rotkehlchen. Die Fangzahl im heurigen Sommer lag aber im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2005. Stark abgenommen hat auch der Girlitz, der bis zum vorigen Jahre eigentlich zugenommen hat.  
     

Es gab heuer nur 4 Fernfunde (Vögel, mit einem Ring von einer anderen Station): Ein Drosselrohrsänger, ein Schilfrohrsänger und eine männliche Rohrammer jeweils mit einem Ring von Tschechien (Museum Praha); und eine juvenile Kohlmeise mit einem Radolfzell-Ring, vermutlich in einem Nistkasten in Wien beringt (Beringungsdaten jeweils noch ausständig).

Außerdem gab es einige interessante Altfänge. Insgesamt 4 Sumpfrohrsänger wurden heuer kontrolliert, die an der Station im Jahr 2003 beringt wurden. Außerdem ein weiblicher Drosselrohrsänger und eine männliche Rohrammer, die ebenfalls jeweils 2003 beringt wurden.

 
     

Auch Limikolen wurden heuer wieder gefangen. Allerdings mit weniger Erfolg als in früheren Jahren. Die fehlenden Wasser- und Schlammflächen im Kühlteich dürften sich doch negativ auf die Anwesenheit von Watvögeln ausgewirkt haben. Insgesamt wurden im Anlandebecken 9 (bei der Station) 10 Bruchwasserläufer, 7 Bekassinen, 2 Kiebitze, 1 Rotschenkel und 1 Flussregenpfeifer gefangen und beringt.

Die Gesamtliste der beringten Vögel 2008 gibt es hier (pdf, 76 KB)

 
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